BORGWARDT - STILWELTEN mit freundlicher Genehmigung vom
Alexandra
Hinz-Wladyka
Mit
einem sensiblen Blick für die vielfältigen Ereignisse und Spuren
des Alltags nimmt die 1963 in Danzig geborene Malerin Alexandra
Hinz-Wladyka die Anregungen für ihre Malprozesse auf. In einer
Mischung aus Zufall, Intuition und Komposition erzeugen Linien,
Formen, Licht und Schatten zu Bildern geronnene Erlebnisse, die
Augenblicke des Alltags und Reiseerinnerungen festhalten. Ihre
Bilder sind als intensive Auseinandersetzung mit dem Material
einerseits und einer Idee andererseits nicht auf bestimmte
Themenkreise und Sujets festlegt, wiewohl die Nähe zum Stillleben
und den kleinen Dingen des Alltags stets zu spüren ist, aber auch
die zahlreiche Spuren der Vergangenheit. Diese findet sie vor
allem auf ihren regelmäßigen Spurensuche im Mittelmeerraum, in
der die Antike des alten Rom bis hin zum Mittelalter und zur
Renaissance noch auf authentische wie atmosphärische Weise
intensiv zu spüren und zu sehen ist.
Nach der Absolvierung der Fachhochschule der Bildenden Künste in
Gdingen konnte Alexandra Hinz-Wladyka im Laufe der achtziger Jahre
auf eine Reihe erfolgreicher Einzel- und Gruppenausstellungen in
Polen, Deutschland und Frankreich zurückblicken, bevor sie 1989
nach Hamburg umzog. Insbesondere ihre persönliche Nähe zu
Frankreich hat ihren künstlerischen Werdegang weiter bestimmt, so
dass sich neben den zahlreichen Galeriekontakten im nord- und
westdeutschen Raum immer wieder Ausstellungsaktivitäten in Südfrankreich
ergeben haben.
Ein wesentliches Element ihres einzigartigen künstlerischen
Ausdrucks liegt in der Technik der Enkaustik begründet, eine
schon in der Antike benutzte Wachstechnik. Mit Hilfe des bindenden
Wachses entwickelt die Künstlerin eine pastose, fast schon
plastisch zu nennende Ausdrucksform ihrer Malerei, welche die
unterschiedlichsten Materialien und Mischtechniken integriert. Mit
Blei, Acryl, Wachs und Wachskreiden werden dickflüssige und körnig
wirkende Farbschichten auf Sand, Teer oder Leinen aufgetragen,
die, zu porösen Massen erstarrt, ihren Arbeiten eine lebendige
Dreidimensionalität und eine unverwechselbare Ausdrucksform
verleihen. Hierbei ordnet sich die Farbe jedoch stets der Linie
als Kontur unter, die zum eigentlichen Bedeutungsträger ihrer
Arbeiten wird: „Die Linie ist ein ganz wesentlicher Bestandteil
menschlicher Äußerungen.“